Preisentwicklung Rohöl: Historischer Tageshöchstwert und anschließender Preisverfall
Bedingt durch die weltweit starke Konjunktur und die begrenzten Energieressourcen verzeichnete der Rohölpreis im Laufe des Wirtschaftsjahres 2008 einen nahezu stetigen Anstieg. Am 3.7.2008 erzielte er einen historischen Tageshöchstwert von 143,6 USD/bbl. Als Konsequenz der Finanz- und Wirtschaftskrise und der damit erwarteten wirtschaftlichen Rezession setzte im September 2008 jedoch ein regelrechter Preisverfall ein. Gegen Jahresende 2008 lag das Preisniveau bei rund 40 USD/bbl und damit um mehr als 70 Prozent unter jenem zur Jahresmitte. Die Prognosen zur weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft sind seither verhalten bzw. ungewiss, dennoch war bis Dezember 2009 eine Erholung des Rohölpreises auf rund 74 USD/bbl zu verzeichnen. Der Preisverfall des Vorjahres ist daher teilweise auch einer Überreaktion des Marktes zuzuschreiben.

Preisentwicklung Erdgas: Sinkt 2009 durchschnittlich um 27 Prozent
Die Erdgaspreise folgen in der Regel mit einer zeitlichen Verzögerung von sechs Monaten den Rohölpreisen. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Preis für importiertes Erdgas 2009 im Durchschnitt um knapp 27 Prozent zurück.

Entwicklung Strompreis: Durchschnittlich 38 Prozent bzw. 39 Prozent unter Vorjahresniveau
Die Preisbewegungen auf den Primärenergiemärkten wirkten sich zeitlich verlagert auf die Entwicklung der Strompreise aus. Zudem wurden die Stromgroßhandelspreise negativ von der rezessionsbedingt niedrigeren Nachfrage beeinflusst. Der Stromverbrauch in Österreich sank im 1. Halbjahr 2009 laut Regulierungsbehörde um 4,2 Prozent. Prognosen des WIFO beziffern den Rückgang des gesamten Energiebedarfs in Österreich für 2009 auf etwa 8 Prozent. Die Absatzrückgänge im Segment Energie sind jedoch deutlich niedriger ausgefallen, da die Energienachfrage der Kunden relativ stabil verläuft und nicht in vollem Umfang von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängt. Im Geschäftsjahr 2009 lagen die durchschnittlichen Spotmarktpreise für Grund- und Spitzenlast um 38 Prozent bzw. 39 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit und wirtschaftlichen Planbarkeit kauft der Konzernbereich Wien Energie Strom und Gas auf den Terminmärkten ein. Durch diese vorausschauende Einkaufspolitik können die kurzfristigen Volatilitäten auf den Spot-Märkten teilweise ausgeglichen werden. Die damit verbundene frühzeitige Festlegung der Einstandspreise löst eine zeitliche Verzögerung der Auswirkung von Marktpreiseffekten auf die Ergebnisentwicklung aus.
Preisentwicklung für CO2-Emissionszertifikate: Preis pendelt sich bei rund 14 Euro/Tonne ein
Die Preise für CO2-Zertifikate verlaufen bisher auch in der Phase 2 (2008 – 2012) des Nationalen Allokationsplans (NAP) sehr volatil. Aufgrund der Wirtschaftskrise ging der Bedarf an Zertifikaten deutlich zurück. Das Preisniveau sank von knapp 30 Euro im Juli 2008 auf rund 8 Euro per Jahresanfang 2009. Seither pendelte sich der Preis bei rund 14 Euro/Tonne CO2 ein. Eine zu hohe Zuteilung von Zertifikaten an die Marktteilnehmer ist auch in der Phase 2 des EU-Emissionshandels nicht auszuschließen. Nicht genutzte Zertifikate dieser Periode können jedoch in der dritten Periode uneingeschränkt verwertet werden. Beim Übergang von der ersten in die zweite Periode war eine derartige Mitnahme nicht möglich.

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