Vermögens- und Kapitalstruktur

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Investitionen und Finanzlage

Zur qualitativen Verbesserung und Absicherung der Energie- und Verkehrsnetze des Wiener Stadtwerke-Konzerns sind laufend Investitionen notwendig. Die überdurchschnittlich langen Lebenszyklen und relativ hohen Anschaffungskosten dieser Anlagen erfordern eine verantwortungsbewusste Planung sowie unternehmerischen Weitblick hinsichtlich der Veränderung der Marktverhältnisse und Kundenansprüche. Die Wiener Stadtwerke werden in ihrem Investitionsverhalten diesen Ansprüchen gerecht.

Investitionen und Finanzlagen

in Mio. EUR


2009


2008


±


± %

Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände

18,6

19,8

-1,3

-6,4

Investitionen in Sachanlagen

671,7

748,0

-76,3

-10,2

Investitionen in Finanzanlagen

119,8

288,4

-168,6

-58,5

Summe Investitionen

810,1

1.056,2

-246,1

-23,3

In Summe belief sich das Investitionsvolumen des Konzerns im Jahr 2009 auf 810,1 Mio. Euro. Damit liegt die Gesamtposition um 23,3 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres.

Der Rückgang im Bereich der Sachanlageinvestitionen um 10,2 Prozent auf 671,7 Mio. Euro ist vor allem durch das Auslaufen der 3. Ausbauphase sowie das allmähliche Anlaufen der 4. Ausbauphase des U-Bahn-Neubaus bei den Wiener Linien und somit eine im Jahr 2009 niedrigere Investitionstätigkeit begründet.

Die gesunkenen Finanzanlageinvestitionen resultieren zum einen aus geringeren Investitionstätigkeiten im Ausland im Segment Energie, einem geringeren Ankauf von Verbund-Anteilen sowie einer im Vorjahr vorgenommenen Umgliederung von Wertpapieren des Umlaufvermögens zum Anlagevermögen.

Die hohe Investitionstätigkeit des Wiener Stadtwerke-Konzerns zieht erhebliche gesamtwirtschaftliche Effekte nach sich: Zahlreiche, vor allem im Großraum Wien ansässige Unternehmen der Bauwirtschaft (Hoch-, Tief-, Straßen- und Tunnelbau), der Elektro- und Fahrzeugindustrie, aber auch der Stahl-, Holzverarbeitungs- und Kunststoffindustrie profitieren von den Aufträgen. Die Wiener Stadtwerke sichern daher über ihre Investitionen eine beachtliche Anzahl von Arbeitsplätzen.

Da die Abschreibungsaufwendungen erst mit der Inbetriebnahme des jeweiligen Anlagevermögens einsetzen und die jeweils zugrunde liegende Nutzungsdauer aufgrund der Natur der Vermögensgegenstände oft über Jahrzehnte läuft, wird sich der Anstieg der Investitionstätigkeit erst in den Folgejahren aufwandseitig niederschlagen. Diesen Grundsätzen folgend weist die nachstehende Abbildung für das Geschäftsjahr 2009 einen im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegenen Abschreibungsaufwand von rund 493 Mio. Euro aus.

Balkendiagramm: Investitionen und Abschreibungen (Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände)

Kennzahlen

in %


2009


2008


2007


2006


2005

CAPEX-Ratio

23,0

27,7

35,1

31,3

31,3


CAPEX-Ratio = Investitionen in immaterielles Vermögen + Sachanlagen / Umsatz

Die CAPEX-Ratio, die in den letzten Jahren eine steigende Tendenz aufwies, nimmt 2009 trotz des nach wie vor hohen Investitionsvolumens vor allem aufgrund des starken Umsatzzuwachses auf 23 Prozent ab und verbleibt damit auf beachtlichem Niveau.

Finanzierung

Der gesunkene Cash Flow aus dem operativen Bereich resultiert zum einen aus dem geringeren Cash Flow aus dem Ergebnis und zum anderen aus der negativen Working Capital-Veränderung, welche im Wesentlichen auf den Rückgang der Verbindlichkeiten und passiven Rechnungsabgrenzung zurückzuführen ist. Im negativen Cash Flow aus dem Investitionsbereich spiegelt sich das hohe Investitionsaufkommen der Wiener Stadtwerke wider. Die Verbesserung entsteht – bedingt durch das Auslaufen der 3. Ausbauphase des U-Bahn-Neubaus – hauptsächlich durch den Rückgang der Investitionen in Sachanlagen. Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich enthält die Investitionszuschüsse des Eigentümers vermindert um die verstärkte Tilgung von Fremdkapital. Die Erstkonsolidierungseffekte aus dem Kauf der WIPARK-Gruppe sowie der Erstkonsolidierung der STPM wurden im Cash Flow aus dem Investitionsbereich sowie im Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich berücksichtigt.

Der Wiener Stadtwerke-Konzern finanziert die Investitionen aus dem operativen Cash Flow sowie aus Investitionszuschüssen der öffentlichen Hand, die in erster Linie dem Verkehrsbereich zugutekommen. Diese Investitionszuschüsse werden, sofern sie nicht vom Eigentümer stammen, in der passiven Rechnungsabgrenzung abgegrenzt und über die Nutzungsdauer der damit angeschafften Vermögensgegenstände aufgelöst. Die Investitionszuschüsse des Eigentümers werden hingegen als Kapitalaufstockung unter dem Eigenkapital ausgewiesen.

Kurzfassung Cash Flow-Rechnung

in Mio. EUR


2009


2008


±


± %

Cash Flow aus dem operativen Bereich

317,3

394,4

-77,1

-19,6

Cash Flow aus dem Investitionsbereich

-414,1

-546,5

132,4

-24,2

Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich

129,2

262,8

-133,5

-50,8

Veränderung liquider Mittel

32,4

110,7

-78,3

-70,8

Bestand der liquiden Mittel* per 31.12.

381,9

349,5

32,4

9,3


* Der Fonds der liquiden Mittel setzt sich aus den Posten Kassa und Guthaben bei Kreditinstituten zusammen.

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