Vermögens- und Kapitalstruktur

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5. Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme des Wiener Stadtwerke-Konzerns stieg 2009 um rund 2,6 Prozent auf 12.563,1 Mio. Euro. Bei einem Infrastrukturdienstleister bildet das Sachanlagevermögen den mit Abstand größten Aktivposten. Durch die vermehrte Investitionstätigkeit und unter Berücksichtigung der Abschreibungen sowie der Erstkonsolidierung der STPM und WIPARK-Gruppe wuchs das Sachanlagevermögen im Geschäftsjahr 2009 um 3,8 Prozent auf 8.770,9 Mio. Euro und entspricht 69,8 Prozent der Bilanzsumme. Das Umlaufvermögen besteht zum größten Teil aus Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen. Mit einem Anteil von etwa 9,4 Prozent (93,0 Mio. Euro) am gesamten Umlaufvermögen nehmen die Vorräte einen relativ unbedeutenden Stellenwert ein. Die liquiden Mittel, die sich aus Kassenbestand, Schecks und Bankguthaben zusammensetzen, stiegen im Berichtsjahr um rund 9,2 Prozent auf 381,9 Mio. Euro.

Das Eigenkapital des Wiener Stadtwerke-Konzerns, der zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt Wien steht, konnte im Geschäftsjahr 2009 um 4,5 Prozent auf rund 5.130,3 Mio. Euro weiter ausgebaut werden. Der Wiener Stadtwerke-Konzern verfügt damit über eine Eigenkapitalquote von rund 40,8 Prozent.

Die Rückstellungen bewegen sich mit 2.627,5 Mio. Euro und einem Anteil von 20,9 Prozent am Gesamtkapital in etwa auf dem Niveau des Vorjahres und entfallen zu einem großen Teil auf Pensionsrückstellungen. Aufgrund des sogenannten Zuweisungsgesetzes muss der Wiener Stadtwerke-Konzern der Gemeinde Wien die gesamten Pensionsaufwendungen für die ihm zugewiesenen MitarbeiterInnen ersetzen (Ausnahme: Wiener Linien, WL). Somit besteht für den Konzern eine mittelbare Pensionsverpflichtung.

Kurzfassung Bilanz

in Mio. EUR


2009


in %


2008


in %

Anlagevermögen

11.049,4

88,0

10.691,9

87,3

davon Sachanlagen

8.770,9

69,8

8.450,2

69,0

Umlaufvermögen

988,1

7,9

987,5

8,1

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

525,6

4,2

567,7

4,6

Summe Aktiva

12.563,1

100,0

12.247,2

100,0

 

Eigenkapital

5.130,6

40,8

4.908,9

40,1

Rückstellungen

2.627,5

20,9

2.591,1

21,2

Verbindlichkeiten

1.258,4

10,0

1.206,1

9,8

Passive Rechnungsabgrenzungsposten

3.546,6

28,2

3.541,0

28,9

Summe Passiva

12.563,1

100,0

12.247,2

100,0

Die Verbindlichkeiten liegen 2009 mit 1.258,4 Mio. Euro um 4,3 Prozent unter dem Vorjahreswert, was insbesondere auf den Rückgang von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen ist. Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten, die mit 3.546,6 Mio. Euro 28,2 Prozent der Bilanzsumme ausmachen, erfassen vor allem Investitionszuschüsse für das Anlagevermögen, deren Gewährung von der Erfüllung bestimmter Auflagen abhängig ist, womit eine latente Rückzahlungsverpflichtung besteht. Die Auflösung dieser Zuschüsse erfolgt parallel zur planmäßigen Abschreibung der jeweiligen Vermögensgegenstände.

Tabelle im Excel-Format

Kennzahlen

2009

2008

±

±%

Eigenkapitalquote in %

40,8

40,1

0,8

1,9

Anlagendeckung in %

102,4

102,0

0,4

0,4

Anlagenintensität in %

88,0

87,3

0,6

0,7

Fiktive Schuldentilgungsdauer in Jahren

6,5

6,1

0,4

6,5


Eigenkapitalquote = (Eigenkapital / Gesamtkapital)*100

Anlagendeckung = (Eigenkapital + Sozialkapital + langfristiges Fremdkapital + abgegrenzte Investitionszuschüsse) / AV)*100

Anlagenintensität = (Anlagevermögen / Gesamtvermögen)*100

Fiktive Schuldentilgungsdauer = Gesamtverbindlichkeiten / Mittelzufluss

Der Eigenkapitalanteil sowie die Anlagenintensität verbessern sich geringfügig gegenüber den Vorjahreswerten. Die Anlagendeckung weist eine langfristige Finanzierung des Anlagevermögens von rund 102,4 Prozent aus.

Zur Beurteilung der Bonität werden interne Ratings der finanzierenden Banken (Einschätzung gemäß Internal Ratings-Based Approach laut Basel II) herangezogen, die dem Wiener Stadtwerke-Konzern regelmäßig beste Bonität bestätigen.

Die Eventualverbindlichkeiten des Wiener Stadtwerke-Konzerns sind zum Abschlussstichtag mit 426,7 Mio. Euro um ca. 58,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Diese inkludieren im Wesentlichen US-Lease-Transaktionen der Wiener Linien, denen in gleicher Höhe Rückgriffsrechte auf der Aktivseite gegenüberstehen, sowie 68 teils eingeschränkte, teils uneingeschränkte Patronatserklärungen für die e&t Handelsgesellschaft. Im Gegensatz zum Vorjahr wurden die Eventualverbindlichkeiten gegenüber der e&t unter der Bilanz als Nettohaftungsposition (Saldo aus Aufrechnung von zum 30.9.2009 zu Marktwerten bewerteten Energie-Ankaufs- und -Verkaufsverträgen) dargestellt. Unter Berücksichtigung der von der e&t mit den jeweiligen Handelspartnern abgeschlossenen Verträge ergibt sich eine Nettohaftungsposition in Höhe von 40,8 Mio. Euro (angepasstes Vorjahr: 17,7 Mio. Euro). Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr spiegelt insbesondere die Ausweitung des Geschäftsvolumens der e&t wider. Den Haftungsverhältnissen in Zusammenhang mit der e&t stehen Forderungen in der Höhe von 19 Mio. Euro gegenüber. Die Eventualverbindlichkeiten aus US-Lease-Transaktionen sanken aufgrund der Auflösung der US-Lease-Transaktionen III/2 und IV gegenüber dem Vorjahr um 56,8 Prozent bzw. 327,6 Mio. Euro.

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