9. Umwelt

Die Ökologie ist neben Ökonomie und Soziales eine Säule der Nachhaltigkeit.

Umweltstrategie: Permanente Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen

Die Wiener Stadtwerke arbeiten daran, die Umweltauswirkungen ihrer Produkte und Dienstleistungen zu optimieren, die Energieeffizienz ihrer Erzeugungsanlagen zu verbessern und den eigenen wie den Energieverbrauch ihrer KundInnen zu minimieren. So veröffentlichte der Konzern in seinem ersten Nachhaltigkeitsbericht im Mai 2008 das Ziel, in allen wesentlichen Konzernunternehmen ein zertifizierbares Umweltmanagementsystem zu implementieren. In den Konzernbereichen Wiener Linien und Wiener Lokalbahnen sind Umweltmanagementsysteme zum Teil schon seit Jahren implementiert und zertifiziert, während sich im Konzernbereich Wien Energie die Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme teilweise noch im Aufbau befinden. Im Rahmen einer Vorstandsklausur im September 2009 wurde die Zielsetzung dahingehend konkretisiert, dass zur Optimierung und kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung in allen energietechnischen Anlagen bis Ende 2011 EMAS/ISO 14001 konforme, zertifizierbare Umweltmanagementsysteme aufgebaut werden sollen.

Segment Energie: Wiener Modell

Wien Energie treibt seit Jahrzehnten den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung voran. Die forcierte Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung insbesondere (aber nicht nur) durch die Errichtung von gasbetriebenen Heizkraftwerken (KWK-Kraftwerken) wird inzwischen als „Wiener Modell“ bezeichnet. Alle kalorischen Kraftwerke in Wien sind mit Kraft-Wärme-Kopplung ausgestattet. Diese Technologie nutzt die Abwärme bei der Stromerzeugung für Fernwärme und erhöht den Wirkungsgrad der eingesetzten Brennstoffe von etwa 40 Prozent bei konventionellen Anlagen auf bis zu 86 Prozent. Dank dieser ressourcenschonenden Technologie konnte im Geschäftsjahr 2008/2009 ein Anteil von 57 Prozent des gesamten Fernwärmebedarfs aus der Abwärme der Stromerzeugung generiert werden. Das Wiener Modell geht aber noch einen Schritt weiter. Bereits bei der Gründung der heutigen Tochtergesellschaft Wien Energie Fernwärme vor 40 Jahren erkannte man die Möglichkeit der Abfallverbrennung zur Energieumwandlung und Fernwärmeerzeugung. Heute nutzt man in den thermischen Abfallbehandlungsanlagen Spittelau, Flötzersteig, Simmeringer Haide und Pfaffenau jährlich den Energiegehalt von rund 943.000 Tonnen Abfall (inklusive rund 328.000 Tonnen Klärschlamm). Das Unternehmen zählt zu den fünf größten Wärmeanbietern in Europa und hat in Wien einen Anteil von rund 36 Prozent am Wärmemarkt. Mit der Inbetriebnahme des erweiterten und modernisierten Gas-Kraftwerks Simmering 1 stellte Wien Energie einen weiteren wesentlichen Baustein zur Senkung von CO2-Emissionen fertig. Durch die Erzeugung von Strom und Wärme in hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerken und in Abfallbehandlungsanlagen wurden im Vergleich zur getrennten thermischen Stromerzeugung und Wärme aus Heizanlagen im vergangenen Wirtschaftsjahr rechnerisch rund 3,3 Millionen Tonnen CO2 vermieden.

Segment Verkehr: Steigerung des Anteils des öffentlichen Verkehrs am Modal Split auf 40 Prozent

Die Wiener Linien sind der führende Mobilitätsanbieter für den öffentlichen Nahverkehr in Wien und setzen gemeinsam mit der Stadt Wien deren ambitionierte Ziele u. a. aus dem Klimaschutzprogramm I und II, dem Masterplan Verkehr 2003/2008 und dem Stadtentwicklungsplan um.

Aufgrund des hohen ÖPNV-Anteils am Modal Split in Wien von 35 Prozent leisten die Wiener Linien und die Wiener Lokalbahnen-Gruppe einen beachtlichen Beitrag zum Umweltschutz und zur guten Luftqualität der Stadt. Dank des hohen Anteils an Elektromobilität – alle Schienenfahrzeuge – und des Einsatzes emissionsarmer Flüssiggasbusse weist der ÖPNV in Wien eine hervorragende Bilanz bzgl. Energieeffizienz und Luftreinhaltung, insbesondere im Hinblick auf Feinstaub und NOx, auf.

Rund 40 Prozent aller BerufspendlerInnen aus dem Süden Wiens nutzen das Angebot der Wiener Lokalbahnen und fahren täglich mit der „Badner Bahn“ von Baden nach Wien und zurück. Neben dem Berufs- und SchülerInnenverkehr haben die Wiener Lokalbahnen einen überproportionalen Anteil am Ausflugs- und Einkaufsverkehr. Insgesamt nutzen rund 30.000 Fahrgäste täglich den Service der Lokalbahnen und verzichten auf die Nutzung von Pkws – dadurch wird die Umwelt erheblich entlastet.

Segment Bestattung und Friedhöfe: Ressourcenschonung und Emissionsminderung

Die Bestattung Wien GmbH bemüht sich auch stets, ihren Beitrag zum Umweltschutz zu verbessern. So werden bei der Produktion der Särge keine Tropenhölzer verwendet und umweltfreundliche Wasserlacke eingesetzt. Diese Aspekte sind insofern bedeutsam, als die Bestattung Wien GmbH jährlich rund 15.000 Särge benötigt.

Nachdem die Wiener Stadtwerke das Krematorium Simmering übernommen haben, modernisierten sie die über 20 Jahre alte Anlage und rüsteten sie u. a. mit einer modernen Rauchgasreinigungsanlage nach. Mangels nationaler gesetzlicher Regelung wurden die Emissionen in Anlehnung an deutsche Standards begrenzt. Darüber hinaus wurde 2009 mit den Vorbereitungsarbeiten für die ISO 14001 Zertifizierung begonnen, welche im Frühjahr 2010 abgeschlossen sein wird.

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