Die Beteiligung des Wiener Stadtwerke-Konzerns an verschiedenen Projekten im Bereich von Entwicklungs- und Innovationstätigkeiten unterstützt die Strategie des Konzerns, hinsichtlich der eingesetzten Technologien und Verfahren immer auf dem neuesten Stand zu sein. Im Rahmen des Wiener Stadtwerke-Nachhaltigkeitsprozesses hat der Konzern eine eigene Arbeitsgruppe „Forschung und Entwicklung“ eingerichtet, die einen Maßnahmenkatalog zur Förderung der Aktivitäten in diesem Bereich entwickelte. So wurde mittlerweile ein Forschungskoordinator im Büro des Vorstands bestellt, um die F&E-Aktivitäten zukünftig besser zu verzahnen.
Ein wichtiger Forschungsschwerpunkt der Wiener Stadtwerke ist neben den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien die Mobilität mit den Unterpunkten Infrastruktur und Usability.
Die EU will ihre klima- und energiepolitischen Zielsetzungen durch technologische Modernisierung bzw. Aufrüstung der derzeit passiven Netze erreichen. Ziel sind aktive, intelligente Netze, so- genannte Smart Grids. Einen ersten wesentlichen Schritt dabei bilden intelligente Zählersystem (Smart Metering). Smart Metering verbindet hochmoderne Zählertechnologie mit IT- und Kommunikationstechnologien und ermöglicht den KundInnen eine zeitnahe Feststellung des Energieverbrauchs. Wien Energie stellt sich diesem Thema in mehreren Projekten. Wien Energie Gasnetz führt bis 2010 ein groß angelegtes Pilotprojekt durch, um elektronische Zähler mit Funkmodulen zu erproben. Im Stromnetz werden aktuell ebenfalls unterschiedliche Technologien erprobt. In Summe verfolgt Wien Energie das Ziel, ein System zu entwickeln, das die Ansprüche für alle Energienetze und Zähleranlagen berücksichtigt und auch hinsichtlich Informationstechnologien und Datenmanagement Synergien ermöglicht.
Wien Energie Stromnetz beteiligt sich an mehreren Projekten zu Smart Grids wie
Das Projekt „Virtuelles Biogas“ in Kooperation mit der Technischen Universität Wien befasst sich mit der Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität und anschließender Einspeisung in das Erdgasnetz bzw. Entnahme andernorts zur Betankung von CNG-Fahrzeugen. Wien Erergie Gasnetz hat das hier zum Einsatz kommende Aufbereitungsverfahren mitentwickelt.
Die Strategie der Wiener Stadtwerke sieht vor, den Anteil des öffentlichen Verkehrs am Modal Split zu steigern (Ziel: 40 Prozent). Die Elektromobilität (und auch Erdgasfahrzeuge) stellen dabei keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zum ÖPNV dar. Unter dieser Prämisse wurden im Berichtsjahr gemeinsam mit Partnerunternehmen drei F&E-Anträge beim Klima- und Energiefonds des Bundes eingereicht. Das Projekt „Kooperatives Fahrerunterstützungssystem für optimiertes Lademanagement von elektrischen Fahrzeugen“ (KOFLA) mit den Projektpartnern FTW Forschungszentrum Telekommunikation Wien GmbH (Lead), Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft (EAEW) an der TU Wien, Illwerke VKW, Herry Consult GmbH und dem Konzernbereich BMG wurde bereits bewilligt und am 1.3.2010 gestartet.
Das Projekt „Infrastructure Guidelines for Environmental Railway Performance“ erforscht und bewertet die Umweltrelevanz einzelner Prozesse im Eisenbahnbau und der damit verbundenen Wartungs- und Instandhaltungstätigkeiten. Es wurde im Rahmen des ersten Calls des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union in der Sparte „The Greening of transport-specific industrial processes“ zur Förderung eingereicht und konnte erfolgreich mit einem Kick-off im Februar 2009 im Hause der Wiener Linien gestartet werden. Das Projektkonsortium besteht aus drei Universitäten (University of Birmingham, NITEL (Genova) und TU Wien), fünf Infrastrukturbetreibern, dem Internationalen Eisenbahnverband (UIC), einem KMU (Eco2Win) sowie einem Partner aus der Industrie (Balfour Beatty Rail Italy).
Die Projekte zum Schwerpunkt Usability befassen sich mit den Bedürfnissen von Kindern, Sehschwachen und Behinderten im öffentlichen Verkehr. Sie liefern diesen Personengruppen Tools zur Nutzung (z. B. POPTIS, qando) oder forschen an der Beseitigung von Hürden zur Nutzung (Projekt Mobi-Kid aus dem BMVIT-Programm IV2Splus („Intelligente Verkehrssysteme und Services plus“).
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