Der Wiener Stadtwerke-Konzern wird sich auch in Zukunft mit überaus dynamischen Rahmenbedingungen konfrontiert sehen.
Nach dem Um- bzw. Ausbau der inländischen thermischen Energieerzeugungskapazitäten während der letzten zwei Jahre stehen ab dem Berichtsjahr 2009/2010 erstmals rund 2.000 MW thermische Kraftwerksleistung aus hocheffizienten und umweltfreundlichen KWK-Anlagen für den Zeitraum von vollen zwölf Monaten zur Verfügung. Diese Inlandskapazitäten werden plangemäß im 4. Quartal 2009/2010 durch Strombezugsrechte am Steinkohlekraftwerke Duisburg-Walsum, Deutschland, in Höhe von 150 MW ergänzt. Bei stabileren energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen, als sie zuletzt in der Talsohle der wirtschaftlichen Rezession gegeben waren, sollten diese Erzeugungskapazitäten in Summe eine deutliche Steigerung bei der Gesamterzeugungsmenge und den Stromerlösen ermöglichen. Gleichzeitig wird damit die Versorgungssicherheit im Großraum Wien weiter erhöht.
Sowohl im Strom- wie auch im Gasnetzbereich gilt es, den hohen Grad der Zuverlässigkeit durch laufende Investitionen sicherzustellen. Im bestehenden regulatorischen Umfeld, das von sinkenden Netztarifen geprägt ist, stellt diese Zielsetzung eine besondere Herausforderung dar. Seit Beginn der Liberalisierung des Elektrizitätsmarktes vor rund zehn Jahren wurden die Stromnetztarife von Wien Energie in Summe um rund 40 Prozent gesenkt. Weitere Reduktionen würden sich massiv auf die Versorgungssicherheit und -qualität auswirken, da sich Netzinvestitionen nicht mehr wirtschaftlich darstellen lassen. Wien Energie vertritt daher die Position, dass zur Absicherung der Netzqualität und Versorgungssicherheit die Netztarife angehoben werden müssen und eine Planbarkeit der Investitionen gegeben sein muss.
Im Bereich Vertrieb wird auch für die Folgejahre mit einer weiteren Zunahme des Wettbewerbs gerechnet. Für den wirtschaftlichen Erfolg von Wien Energie Vertrieb ist der Beschaffungsmarkt nach wie vor von zentraler Bedeutung, weshalb ein professionelles Risikomanagement und die Optimierung der Beschaffungsstrategie im Fokus bleiben. Für das Geschäftsjahr 2009/2010 ist die Implementierung eines Portfoliomanagement-Systems geplant, das einerseits auf die Verfeinerung der Portfoliostruktur und andererseits auf die Steigerung der Prognosequalität abzielt, um in Summe die Beschaffungskosten weiter zu optimieren. Der weitere Anstieg der Wettbewerbsintensität erfordert sowohl eine situative Anpassung der Preispolitik als auch eine Fortsetzung der marktorientierten Kommunikationsmaßnahmen und Kundenbindungsprogramme. Wien Energie Fernwärme hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 den Anteil am Niedrigtemperatur-Raumwärmemarkt auf 50 Prozent zu steigern. Dafür sind neben einem weiterhin hohen Anteil im Neubaubereich eine verstärkte Umstellung von gas- bzw. ölbefeuerten Heizzentralen auf Fernwärmeversorgung sowie eine massive Erhöhung von nachträglichen Installationen erforderlich. Im Herbst 2009 führte Wien Energie Fernwärme deshalb die Aktion „Ein-Jahr-Fernwärme-gratis“ durch, mit der die Anzahl der fernwärmeversorgten Wohnungen gesteigert werden soll.
Zum „Ja“ der Volksbefragung im Februar 2010 bezüglich des Themas „24-Stunden U-Bahn-Betrieb“ am Wochenende sind die Wiener Linien für eine rasche und professionelle Umsetzung gerüstet. Die Umstellung soll bis Ende des Sommers 2010 erfolgen.
U2-Verlängerung Stadlau/Aspern
Im Bereich der U2-Verlängerung 2. Teilabschnitt (Stadion – Aspernstraße) konnten die Stahlbau- und Innenausbauarbeiten termingerecht weitergeführt werden. Die Gleisbauarbeiten wurden ebenfalls fortgesetzt bzw. konnten bereits teilweise abgeschlossen werden. In Teilabschnitten begann man bereits mit der Oberflächeninstandsetzung. (Baubeginn: 2.10.2006, geplante Betriebsaufnahme: 2.10.2010)

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